Wer hat welche Rolle im Prozess der internen Evaluation?

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Erzieherinnen und Erzieher:
Die Erzieherinnen und Erzieher sind die eigentlichen Akteure der internen Evaluation: Sie entscheiden im Team, mit welchem Aufgabenbereich sie den Prozess der internen Evaluation beginnen und mit welchen Qualitätsansprüchen sie sich besonders intensiv auseinandersetzen wollen. Sie verständigen sich über die zusammenfassende Einschätzung des erreichten Qualitätsniveaus, beraten Perspektiven für die Weiterentwicklung der Arbeit und vereinbaren hierfür konkrete Schritte.

Kitaleitung:
Die Kitaleitung trägt vor Ort die Verantwortung für den Gesamtprozess der internen Evaluation. In Absprache mit dem Träger stellt sie sicher, dass das Team, nach Möglichkeit durch eine geeignete Fachkraft von außen qualifiziert in die interne Evaluation eingeführt wird. Sie informiert diese Fachkraft vor Beginn der Evaluation über die Situation der Kita; sie organisiert den Ablauf, sichert die gemeinsamen Besprechungstermine und sorgt für die Bereitstellung der benötigten Materialien. Die Leitung kann diese Aufgabe – unter Beibehaltung ihrer Gesamtverantwortung – auf eine hierfür geeignete Erzieherin übertragen.
Darüber hinaus beteiligt sich die Leiterin bzw. der Leiter an der strukturierten Gruppendiskussion und bringt ihre/seine Sichtweise über den fachlichen Stand der Arbeit und notwendige Perspektiven der Weiterarbeit in die Diskussion mit ein.
In vielen Kitas wird die Kitaleitung selbst – zumindest über weite Strecken – die interne Evaluation moderieren. Sie sollte sich bewusst sein, dass sie damit eine zusätzliche Rolle übernimmt, in der sie nicht nur in ihrer Leitungsfunktion und als Teil des Teams, sondern zugleich als Prozessbegleiterin handelt. In dieser Rolle unterstützt sie die Selbstreflexion des Teams durch gezielte Fragen und sorgt dafür, dass die Perspektiven aller Teammitglieder gehört werden.
Die Kitaleitung kommuniziert Ergebnisse der Evaluation, die beschlossene Perspektiven sowie die verabredeten Maßnahmen mit dem Träger und den Eltern.

Eltern:
Im Sinne einer vertrauensvollen Zusammenarbeit sollten die Eltern über die Ergebnisse der Evaluation und insbesondere über die Perspektive für die fachliche Weiterentwicklung und die dazu beschlossenen Maßnahmen informiert werden. Die Erfahrung zeigt, dass Eltern, sofern die fachlichen Ziele der Kita mit Ihnen angemessen kommuniziert werden, viel Bereitschaft zeigen, diesen Prozess zu unterstützen.
Die Eltern werden im Rahmen der Bearbeitung des Aufgabenbereichs 6 durch einen Elternfragebogen an der Evaluation direkt beteiligt. Interessierte Eltern oder Vertreter der Gesamtelternversammlung können auch schon zu der Diskussion um die Ziele und Maßnahmen für die fachliche Weiterentwicklung eingeladen werden. Allerdings setzt diese Entscheidung voraus, dass dadurch nicht die Offenheit der Diskussion im Team behindert wird. Das könnte z.B. dann der Fall sein, wenn innerhalb des Teams kontroverse Positionen zu klären sind. Deshalb sollte eine derartige Entscheidung von dem Team getragen werden.


Träger:
Der Träger hat die Gesamtverantwortung für die fachliche Entwicklung der Kita. Nach den Aussagen der QVTAG gewährleistet er die Durchführung interner Evaluation nach den Qualitätskriterien des Bildungsprogramms und sorgt für die angemessene fachliche Begleitung derselben. Er entscheidet darüber, welches Qualitätsentwicklungssystem in der Kita Anwendung findet und finanziert die entsprechenden Maßnahmen.
Der Träger informiert sich über die Ergebnisse der internen Evaluation und die vorgeschlagenen Entwicklungsmaßnahmen. Entsprechend Punkt 3.5 der QVTAG ist er verpflichtet, Fortbildungsplanungen zu erstellen und umzusetzen, die die Ergebnisse der internen Evaluation berücksichtigen.
Trägervertreter können bereits zu der Diskussion um Ziele und Maßnahmen für die fachliche Weiterentwicklung der Kita eingeladen werden. Allerdings gilt auch hier, dass eine derartige Entscheidung von dem Team getragen werden sollte.


Quelle: SenBWF: Erläuterungen zu den Materialien für die interne Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm, 2006